LabNews Media LLC – Bei Menschen mit einer Vorgeschichte sexuellen Missbrauchs ist Impulsivität einer internationalen Umfragestudie mit 64.472 Teilnehmenden zufolge mit einem häufigeren Konsum von Drogen, Alkohol und Tabak verbunden. Die am Mittwoch in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlichte Studie untersuchte die moderierende Rolle der Impulsivität im Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und der Häufigkeit des Substanzkonsums über Länder, Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen hinweg.
An der Studie waren Forschende aus den USA, Ungarn, der Schweiz, Gibraltar, Deutschland und Kanada beteiligt. Die Finanzierung erfolgte unter anderem durch das National Institute on Drug Abuse (NIDA), den Forschungsfonds Québec – Société et culture (FRQSC), das Neue Nationale Exzellenzprogramm Ungarns sowie das WUN Research Development Fund.
Hintergrund
Sexueller Missbrauch ist ein bekannter Risikofaktor für den späteren Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen. Frühere Studien haben gezeigt, dass Impulsivität – die Neigung, schnell und ohne ausreichende Bedachtsamkeit zu handeln – sowohl mit traumatischen Erfahrungen als auch mit Substanzkonsum in Verbindung gebracht wird. Die neue Studie untersuchte, ob Impulsivität den Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und der Konsumhäufigkeit verstärkt und ob dieser Effekt über verschiedene demografische Gruppen hinweg stabil bleibt.
Methodik
Die Forschenden analysierten Daten einer internationalen Umfrage mit 64.472 Teilnehmenden. Erfasst wurden Angaben zu sexuellem Missbrauch, Impulsivität sowie der Häufigkeit des Konsums von Drogen, Alkohol und Tabak. Die Analyse berücksichtigte Unterschiede zwischen Ländern, Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen.
Ergebnisse
Die Studie ergab, dass Impulsivität den Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und der Häufigkeit des Substanzkonsums moderiert. Bei Menschen mit einer Vorgeschichte sexuellen Missbrauchs war eine höhere Impulsivität mit einem häufigeren Konsum von Drogen, Alkohol und Tabak verbunden. Dieser Zusammenhang zeigte sich nach Angaben der Autorinnen und Autoren über verschiedene Länder, Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen hinweg.
Interessenkonflikte
Die Autorinnen und Autoren haben verschiedene Interessenkonflikte offengelegt. Marc Potenza gibt an, für Baria-Tek und Boehringer Ingelheim als Berater tätig gewesen zu sein, in eine Patentanmeldung der Yale University mit Novartis involviert zu sein und Forschungsunterstützung vom Mohegan Sun Casino sowie vom Connecticut Council on Problem Gambling erhalten zu haben. Shane Kraus gibt an, Finanzierung vom International Center for Responsible Gaming, M.G.M Resorts International, Center for the Application of Substance Abuse Technologies, Taylor Francis, Springer Nature, The Nevada Problem Gambling Project, der Sports Betting Alliance und dem Kindbridge Research Institute erhalten zu haben. Die Autorinnen und Autoren erklären, dass die Geldgeber keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenerhebung und -analyse, die Entscheidung zur Veröffentlichung oder die Manuskripterstellung hatten.
Originalpublikation: The moderating role of impulsivity in the association between sexual abuse and substance use frequency across countries, gender identities, and sexual orientations. PLOS One, 30. September 2026.
