China hat nach US-Treasury-Daten Ende August US-Staatsanleihen im Wert von 590,7 Milliarden Dollar gehalten, nach 699,7 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Das „Fortune“-Magazin bezeichnete dies als niedrigsten Stand seit 18 Jahren. Im selben Zeitraum stiegen jedoch die Bestände, die Belgien und Kanada zugerechnet werden. Ein ehemaliger Treasury-Beamter hält es laut dem Bericht für möglich, dass ein Teil der chinesischen Anleihen schlicht in ausländischen Verwahrstellen liegt.
Hintergrund ist die Datenerhebung: Das US-Finanzministerium bezieht die Zahlen vor allem von US-Verwahrstellen und Brokern; im Ausland verwahrte US-Wertpapiere werden möglicherweise nicht ihren tatsächlichen Eigentümern zugerechnet. Belgien wurden im August 490,5 Milliarden Dollar zugeschrieben, nach 451,1 Milliarden ein Jahr zuvor; Kanada 464,6 Milliarden nach 444,0 Milliarden. Brad Setser vom Council on Foreign Relations sagte „Fortune“, es sei wahrscheinlich, dass China inzwischen mehrere nicht-US-Verwahrstellen nutze, um seine tatsächlichen Bestände zu verschleiern. Die Evidenz für eine kanadische Verwahrstelle sei besonders stark.
Der Bericht verweist auf das Geschäft großer Verwahrbanken: BNY meldete zum 30. September verwahrte oder administrierte Vermögen von 63,4 Billionen Dollar, ein Plus von 10 Prozent; State Street 59,2 Billionen Dollar, ein Plus von 14,5 Prozent. China habe zudem langfristige Anleihen reduziert und kurzfristige Bills erhöht. Insgesamt stiegen die ausländischen Bestände an US-Staatsanleihen im August auf 9,33 Billionen Dollar von 9,25 Billionen ein Jahr zuvor. Japan blieb mit 1,07 Billionen Dollar größter Halter, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 1,01 Billionen. Als Teil der Diversifizierung kaufte die chinesische Notenbank im September den 23. Monat in Folge Gold.
