Die junge, dezentral organisierte Bewegung „Gen Z regelt“ hat für diesen Samstag zu bundesweiten Demonstrationen aufgerufen. Die Initiative war innerhalb weniger Wochen über soziale Medien entstanden und hat sich zu einem landesweiten Phänomen entwickelt. Die Website genz-regelt.de war am Samstag zeitweise nicht erreichbar; die folgenden Angaben stützen sich auf die Berichterstattung über die Bewegung.
Die Initiative versteht sich als überparteilich und tritt nach eigenen Angaben klar gegen Gewalt ein. Ihr Forderungskatalog ist breit gefächert: Sie verlangt mehr Investitionen in Schulen, Bildung, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und Mieten, konsequenten Klimaschutz, ein klares Nein zu einer möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie den Schutz von Grundrechten vor einem Ausbau der Überwachung.
Die Organisationsstruktur gilt als unklar und intransparent. Das Impressum der Website wurde mehrfach geändert, und es gibt unterschiedliche Angaben zu den Verantwortlichen. Aus diesem Grund haben sich die Bundesschülerkonferenz und mehrere Landesschülervertretungen von den Protesten distanziert und eigene Aktionen angekündigt. Zudem warnen Sicherheitsbehörden und der Verfassungsschutz vor einer möglichen Unterwanderung der Proteste durch linksextremistische Gruppen, betonen aber, dass derzeit keine konkreten Hinweise auf Gewaltausschreitungen vorliegen.
Die Demonstrationen sind für mehr als 30 Städte angekündigt. Auf der Website haben sich nach Angaben der Organisatoren fast 150.000 Menschen für die Teilnahme registriert; die tatsächliche Teilnehmerzahl ist vorab schwer einzuschätzen. Die Bewegung wird von einigen Politikerinnen und Politikern – darunter Heidi Reichinnek (Linke) und Ricarda Lang (Grüne) – sowie von Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) in ihren Anliegen unterstützt.
