Wirtschaftliche Folgen der ICE-Einsätze: Hunderttausende Jobverluste auch für US-Amerikaner

Durch | 10. Juni 2026

Die massiv ausgeweiteten Abschiebungen und Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE haben in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden geführt. Laut einer Studie des Brookings Institution gingen allein in 86 Metropolregionen mindestens 668.000 Arbeitsplätze verloren – ein erheblicher Teil davon bei US-geborenen Arbeitnehmern.

Die Analyse zeigt, dass die negativen Effekte weit über die direkt betroffenen Migranten hinausreichen. Viele Unternehmen konnten offene Stellen nicht schnell genug nachbesetzen, was zu Produktionseinschränkungen und Auftragsrückgängen führte. Hinzu kamen sinkende Konsumausgaben durch Verunsicherung in migrantisch geprägten Communities. Besonders stark betroffen waren das Baugewerbe, die Landwirtschaft, das Gastgewerbe sowie Logistik und Dienstleistungen.

Schlüssel-Erkenntnisse der Brookings-Studie:

  • Zwischen 51.000 und 297.000 der verlorenen Stellen entfielen auf US-geborene Arbeitnehmer.
  • In Regionen mit intensiven und langanhaltenden ICE-Einsätzen verdoppelten sich die Jobverluste innerhalb von sechs Monaten.
  • Der Multiplikatoreffekt (indirekte Verluste durch geringeren Konsum und Lieferkettenstörungen) verstärkte die direkten Ausfälle erheblich.

Marcela Escobari, Vizepräsidentin bei Brookings, erklärte: „Die Politik wurde als Schutz für amerikanische Jobs verkauft. Tatsächlich hat sie jedoch lokale Wirtschaftskreisläufe gestört und zu breiten Verlusten geführt – für Einheimische und Zuwanderer gleichermaßen.“

Langfristige Risiken
Experten warnen vor anhaltenden negativen Effekten. Viele Branchen sind strukturell auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Längerfristig drohen höhere Preise (z. B. bei Lebensmitteln und Baukosten), geringeres Wirtschaftswachstum in betroffenen Regionen und ein Rückgang der Steuereinnahmen. Besonders in Staaten wie Kalifornien, Texas, Florida und New York sind die Auswirkungen spürbar.

Die Studie unterstreicht ein grundlegendes Dilemma der restriktiven Migrationspolitik: Während sie kurzfristig politische Ziele erfüllen mag, kann sie erhebliche volkswirtschaftliche Kosten verursachen, die auch die einheimische Bevölkerung treffen. Brookings fordert eine differenziertere Politik, die legale Migrationswege stärkt und Arbeitskräftemangel gezielt bekämpft.

Die vollständige Studie ist auf der Website des Brookings Institution verfügbar.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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