Am 28. Februar 2026 begann unter Präsident Donald Trump die „Operation Epic Fury“ – eine gemeinsame US-israelische Luftkampagne gegen den Iran. Was als angeblich präventive Aktion gegen nukleare und ballistische Bedrohungen verkauft wurde, entwickelte sich zu einem offenen Krieg mit wechselnden Rechtfertigungen, hohen zivilen Kosten und anhaltenden Spannungen bis in den Sommer 2026. Der Angriff auf die Shajareh-Tayyebeh-Grundschule in Minab am ersten Kriegstag markiert den moralischen Tiefpunkt. Dort starben nach übereinstimmenden Berichten von Amnesty International, Sky News, Forensic Architecture und iranischen sowie internationalen Quellen etwa 156 bis 168 Menschen, darunter rund 120 Schulkinder im Alter von etwa 7 bis 12 Jahren und 26 Lehrerinnen. Unabhängige forensische Analysen identifizierten US-Tomahawk-Raketen als Waffe. Die Bilder der zerstörten Klassenzimmer und der toten Kinder haben die behauptete moralische Integrität der Vereinigten Staaten nachhaltig beschädigt.
Der Verlauf und die Rechtfertigungen
Nach gescheiterten Verhandlungen und einer 60-Tage-Frist Trumps an den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei starteten US- und israelische Streitkräfte am 28. Februar überraschende Schläge. Ziele umfassten Militäranlagen, Führungspersonal (Khamenei wurde getötet), nukleare Einrichtungen und die iranische Marine. Trump und seine Administration nannten wechselnde Motive: Verhinderung einer iranischen Atombombe, Zerstörung von Raketen und Drohnen, Regimewechsel („Nehmt eure Regierung in die Hand“), Schutz Israels und Antwort auf iranische Proxys. Die Operation fand während laufender diplomatischer Bemühungen und im Ramadan statt. Bis Mitte 2026 kam es zu Phasen von Waffenstillständen, Blockaden der Straße von Hormus, erneuten Eskalationen und hohen Kosten (US-Schätzungen im Milliardenbereich, iranische und OSINT-Zahlen zu Tausenden Toten und Verletzten auf beiden Seiten).
Verstöße gegen das Völkerrecht
Die Eröffnung der Feindseligkeiten verstößt nach Einschätzung von über 100 internationalen Rechtsexperten (offener Brief vom April 2026, Just Security u. a.) klar gegen Artikel 2 Absatz 4 der UN-Charta. Dieser verbietet die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates. Eine Ermächtigung des UN-Sicherheitsrats lag nicht vor. Artikel 51 (Recht auf Selbstverteidigung) greift nur bei einem bewaffneten Angriff oder – in der engen Auslegung – bei einer wirklich unmittelbaren Bedrohung. Iran hatte die USA oder Israel zum Zeitpunkt der Schläge nicht angegriffen; die Behauptung einer „imminent threat“ blieb vage und widersprüchlich, zumal Verhandlungen liefen. Der UN-Generalsekretär und die Independent International Fact-Finding Mission on Iran verurteilten die Angriffe als Verstoß gegen die Charta.
Im Kriegsverlauf (jus in bello) kommen weitere Verletzungen hinzu. Das humanitäre Völkerrecht (Genfer Konventionen und Zusatzprotokoll I) verlangt Unterscheidung zwischen Kombattanten und Zivilisten, Verhältnismäßigkeit und alle praktisch möglichen Vorsichtsmaßnahmen. Schulen sind geschützte zivile Objekte, solange sie nicht nachweislich militärisch genutzt werden. Der Angriff auf Minab – eine zivile Grundschule, die seit Jahren von Militärnutzung getrennt war – wird von Amnesty International als rechtswidrig eingestuft: Die USA hätten wissen können und müssen, dass es sich um eine Schule handelte. Ein möglicher „Double-Tap“-Schlag, während Rettungskräfte und Angehörige vor Ort waren, verschärft den Vorwurf der Indiskriminierung. Solche Handlungen können den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllen. UNESCO, der UN-Hochkommissar für Menschenrechte und Experten des Ausschusses für die Rechte des Kindes sahen schwere Verstöße gegen den Schutz von Kindern und Bildungseinrichtungen.
Der Angriff auf die Mädchenschule in Minab
Am Vormittag des 28. Februar trafen präzisionsgelenkte Munitionen die Shajareh-Tayyebeh-Schule in Minab (Provinz Hormozgan), nahe einem ehemaligen IRGC-Komplex. Das Dach stürzte ein; Kinder und Lehrkräfte wurden unter Trümmern begraben. Untersuchungen von Sky News (Munitionsexperten identifizierten Tomahawk-Merkmale), Bellingcat, BBC Verify, Forensic Architecture und Amnestys Crisis Evidence Lab sowie vorläufige interne US-Befunde (veraltete Koordinaten, ignorierte Warnungen) weisen auf US-Verantwortung hin. Israel verfügt nicht über Tomahawks. Trump behauptete zunächst, Iran habe den Angriff selbst verübt oder die Bilder seien KI-generiert; später sprach er von „Fehlern“, die passierten. Eine vollständige, transparente Rechenschaft lag Monate später noch nicht vor. Amnesty und Human Rights Watch forderten Untersuchungen wegen möglicher Kriegsverbrechen und betonten das Scheitern der Vorsichtspflicht.
Vergleich mit der amerikanischen Geschichte
Die USA haben eine lange Tradition von Interventionen, die mit moralischem Anspruch begannen und in zivilen Katastrophen endeten. Im Vietnamkrieg führten Napalm, Agent Orange und Massaker wie My Lai (1968) zu Hunderten getöteten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder; das Image der „Befreier“ zerbrach. Der Irak-Krieg 2003 begann mit falschen Behauptungen über Massenvernichtungswaffen – ein Präzedenzfall für präventive Gewalt ohne echte Unmittelbarkeit. Zivile Opfer in Falludscha, durch Streumunition und indirekte Folgen (Brown University Costs of War: Hunderttausende Tote in den Post-9/11-Kriegen) untergruben den Anspruch, für Demokratie und Menschenrechte zu kämpfen. Drohnenangriffe in Afghanistan, Pakistan und Jemen töteten wiederholt Zivilisten bei Hochzeiten oder in Wohnvierteln. Hiroshima und Nagasaki stehen am Anfang der nuklearen Ära als extreme Beispiele ziviler Massenvernichtung im Namen strategischer Ziele.
Gemeinsam ist diesen Fällen die Rhetorik der Ausnahme und der höheren Moral („peace through strength“, Verteidigung der freien Welt) bei gleichzeitiger systematischer Unterschätzung ziviler Kosten und mangelnder Rechenschaft. Trump führt diese Linie fort: Er beruft sich auf präemptive Selbstverteidigung und Regimewechsel-Rhetorik, während präzise Waffen Schulen treffen und die Administration die Verantwortung relativiert.
Der Verlust der moralischen Integrität
Spätestens nach Minab ist die moralische Integrität der USA nachhaltig verspielt. Eine Nation, die sich als Hüterin der Menschenrechte, der Regel-basierten Ordnung und des Schutzes von Kindern präsentiert, kann nicht glaubwürdig bleiben, wenn ihre präzisionsgelenkten Raketen eine Mädchenschule in Trümmer legen und die politische Führung mit Leugnung, Ablenkung oder „Fehler“-Rhetorik reagiert. Die Bilder aus Minab – tote Schülerinnen, trauernde Eltern, zerstörte Klassenzimmer mit Kinderzeichnungen – wirken stärker als jede Propaganda. Sie bestätigen in weiten Teilen der Welt das Bild einer Macht, die Völkerrecht selektiv anwendet und zivile Opfer als Kollateralschäden abtut.
Soft Power erodiert: Anti-amerikanische Ressentiments wachsen, Verbündete distanzieren sich, und die Fähigkeit, andere Staaten moralisch zu kritisieren (Iran, China, Russland), schwindet. Historische Parallelen zeigen, dass solche Momente (My Lai, Abu Ghraib, die Lügen um den Irak-Krieg) Jahrzehnte nachwirken. Ohne transparente Untersuchung, Rechenschaft und echte Vorsorge bleibt Minab nicht nur ein Kriegsverbrechen-Verdacht, sondern der Symbolpunkt, an dem der Anspruch der USA auf moralische Führerschaft endgültig unglaubwürdig wurde.
Der Iran-Krieg Trumps ist damit mehr als eine militärische Kampagne. Er ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Berufung auf Ausnahme und präventive Gewalt, gepaart mit dem Versagen beim Schutz der Schwächsten, die eigene Legitimität zerstört. Völkerrecht und Moral sind keine optionalen Dekorationen – sie sind die Grundlage, auf der eine Macht langfristig wirken kann. Minab hat gezeigt, dass diese Grundlage unter Trump nachhaltig beschädigt wurde.
