Minneapolis – Schwarze Menschen mit Multipler Sklerose (MS) sterben im Durchschnitt in jüngerem Alter an der Erkrankung als weiße Menschen. Die höchste Sterblichkeitsrate liegt bei Schwarzen zwischen 65 und 74 Jahren, bei Weißen zwischen 75 und 84 Jahren. Das zeigt eine Studie, die in Neurology Open Access, einer Fachzeitschrift der American Academy of Neurology, veröffentlicht wurde.
Die Forschenden werteten US-Sterbedaten aus den Jahren 2012 bis 2023 aus und untersuchten Todesfälle, bei denen MS als Todesursache angegeben war. Die Gesamtsterberate bei MS lag bei 1,10 pro 100.000 Einwohner. Bei Frauen war sie mit 1,34 höher als bei Männern (0,82).
Nach ethnischer Zugehörigkeit hatten Schwarze die höchsten Raten: 1,56 bei Frauen und 0,97 bei Männern. Bei Weißen lagen die Werte bei 1,54 (Frauen) und 0,92 (Männer). Deutlich niedriger waren die Raten bei Hispanics (0,38 bzw. 0,26) und anderen ethnischen Gruppen (0,18 bzw. 0,11).
Zudem stiegen in den Jahren 2019 bis 2023 die Todesfälle, bei denen Bluthochdruck als Begleitfaktor genannt wurde, sowohl bei weißen als auch bei schwarzen Menschen an.
Nach Einschätzung der Studienautorin Lilyana Amezcua von der University of Southern California sind die Gründe für die Unterschiede unklar. Mögliche Faktoren seien ein unterschiedlicher Krankheitsverlauf, der Zugang zur Gesundheitsversorgung, der Lebensstil sowie Begleiterkrankungen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur besseren Kontrolle von Bluthochdruck, einschließlich früherer Screenings und eines verbesserten Zugangs zur hausärztlichen Versorgung – insbesondere in Gruppen mit erhöhtem Risiko. Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass Sterbeurkunden MS nicht immer als Todesursache aufführen.
