Doppelmoral in Reinform: Jens Spahn, der Leihmutterschafts-Heuchler

Durch | 15. Juli 2026

Editorial. Jens Spahn hat es wieder einmal geschafft. Der CDU-Fraktionsvorsitzende, ehemalige Bundesgesundheitsminister und selbsternannte Moralwächter der Konservativen, präsentiert sich nun stolz als glücklicher Papa. Zusammen mit seinem Ehemann Daniel Funke hat er einen Sohn namens Georg bekommen – ausgetragen von einer Leihmutter in den USA. „Unser ganzes Glück“, heißt es in der PR-Meldung. Wie rührend.

Nur: Derselbe Jens Spahn hat als Gesundheitsminister 2020 die Forderung der FDP nach einer zumindest teilweisen Legalisierung der Leihmutterschaft scharf zurückgewiesen. Das Verbot diene dem Kindeswohl und der Eindeutigkeit der Mutterschaft, ließ sein Ministerium damals verlautbaren. Der Gesetzgeber habe bewusst Grenzen gezogen. Heute setzt sich derselbe Politiker fröhlich darüber hinweg – mit dem Geld und den Kontakten, die ihm sein Amt und seine Position ermöglichen.

Das ist keine private Familienentscheidung mehr. Das ist die blanke Doppelmoral eines Mannes, der für andere Regeln predigt, die er selbst nicht einzuhalten gedenkt. In Deutschland ist Leihmutterschaft – zu Recht – verboten, weil sie Frauen instrumentalisiert, Kinder zu Handelsware macht und ethische Abgründe auftut. Die CDU, deren Fraktion Spahn nun führt, bekräftigt dieses Verbot regelmäßig: Ausbeutung, gesundheitliche Risiken, internationale Reproduktionsmärkte. Doch wenn der eigene Kinderwunsch ruft, wird plötzlich die USA zum moralischen Freiluftpark. Dort „kauft“ man sich einfach eine Leihmutter. Wunderbar altruistisch, nicht wahr?

Spahn ist kein Einzelfall unter den Privilegierten. Wer genug Geld und Beziehungen hat, umgeht deutsches Recht per Flugticket. Der Rest der Bevölkerung muss sich mit den von Spahn & Co. verteidigten Restriktionen arrangieren. Das gleiche Muster wie bei den Maskendeals während seiner Amtszeit: Regeln fürs Volk, Ausnahmen für die eigene Tasche. Nun auch bei der Familiengründung. Ein Kind als Luxusgut, das man sich im Ausland besorgt, während man zu Hause die konservative Fahne hochhält.

Es geht nicht nur um Heuchelei. Leihmutterschaft wirft fundamentale Fragen auf: Wer ist die echte Mutter? Welche Rechte hat die Frau, die neun Monate ein Kind austrägt? Wie sehr wird hier der weibliche Körper kommerzialisiert? Spahn selbst hat diese Bedenken als Minister geteilt – oder zumindest so getan. Heute posiert er mit dem Ergebnis und nennt die Leihmutter „wunderbar“. Eine nette Umschreibung für eine Dienstleistung, die in Deutschland strafbar wäre.

Dieser Fall unterstreicht ein tieferes Problem in der Politik: Eliten, die sich über die Gesetze erheben, die sie selbst mitgestaltet oder verteidigt haben. Spahn wollte Gesundheitsminister sein, hat in der Pandemie Milliarden verteilt und Regeln gepredigt. Nun zeigt er, dass für ihn persönlich andere Maßstäbe gelten. Das Kind Georg verdient Mitgefühl und eine unbeschwerte Kindheit – fernab der politischen Scheinheiligkeit seiner Väter. Aber Jens Spahn verdient scharfe Kritik. Wer als Politiker Regeln für alle anderen macht, muss sie selbst leben. Sonst ist er nichts weiter als ein weiterer Heuchler im Berliner Polit-Betrieb.

Die CDU sollte sich fragen, ob sie einen solchen Fraktionschef wirklich braucht. Die Öffentlichkeit hat es längst durchschaut: Spahn predigt Wasser und trinkt Champagner – oder in diesem Fall: predigt Schutz des Kindeswohls und kauft sich ein Kind per Leihmutterschaft.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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