Toronto – Kanadische Unternehmen des mittleren Marktsegments investieren zwar in künstliche Intelligenz, bleiben bei der Integration und den erzielten Renditen jedoch hinter ihren US-amerikanischen Pendants zurück. Das zeigt die RSM Middle Market AI Survey 2026, für die 1.030 Führungskräfte in den USA und Kanada befragt wurden.
Insgesamt haben 86 Prozent der befragten Organisationen KI teilweise oder vollständig in ihre Betriebsabläufe integriert. 97 Prozent sind mit ihren KI-Investitionen zufrieden, 54 Prozent berichten, dass die Erwartungen an die Kapitalrendite übertroffen wurden. 84 Prozent rechnen mit steigenden KI-Ausgaben im kommenden Jahr.
In Kanada liegt der Anteil der Unternehmen mit teilweiser oder vollständiger KI-Integration bei 69 Prozent, in den USA dagegen bei 89 Prozent. Auch bei den Renditen zeigen sich Unterschiede: In den USA geben 57 Prozent der Befragten an, die Erwartungen seien übertroffen worden, in Kanada sind es 43 Prozent. Zudem planen 62 Prozent der US-Firmen Investitionen von einer Million US-Dollar oder mehr im laufenden Geschäftsjahr, in Kanada nur 41 Prozent.
Kanadische Unternehmen beschreiben ihren KI-Ansatz seltener als unternehmensweit transformativ und konzentrieren sich stärker auf kurzfristigen Nutzen und schrittweise Verbesserungen. Als größte Hindernisse für die Skalierung werden Datenqualitätsprobleme, Integrationsschwierigkeiten, unklare Renditen sowie Sicherheits- und Compliance-Bedenken genannt.
Auch in Steuerabteilungen ist KI bereits weit verbreitet: 83 Prozent der Befragten geben an, dort KI-Tools einzusetzen. 98 Prozent erwarten, dass KI die Art der Steuerarbeit in den nächsten zwei bis drei Jahren verändern wird.
Nach Einschätzung von RSM Canada erkennen kanadische Unternehmen KI zwar als zentrale Geschäftskompetenz an, müssen jedoch noch grundlegende Voraussetzungen wie Datenqualität, Governance und messbare Geschäftsergebnisse schaffen, um von isolierten Anwendungen zu einer unternehmensweiten Transformation zu gelangen.
