Studie: Ölschocks nach Hormuz-Sperre entwerten asiatisch-pazifische Währungen ungleich

Durch | 12. September 2026

Budapest – Starke tägliche Ölpreisanstiege gingen 2026 in energieimportabhängigen Ländern des asiatisch-pazifischen Raums mit einer Abwertung lokaler Währungen gegenüber dem Dollar einher. Ölpreisrückgänge milderten den Druck auf die Wechselkurse nicht. Das berichten Zsuzsa R. Huszár, Balázs Bence Kotró und Anita Lovas in „Finance Research Letters“ (DOI: 10.1016/j.frl.2026.110750). Der Aufsatz ist seit dem 10. September 2026 online.

Die Autoren nutzen die Unterbrechung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz im Frühjahr 2026 als natürliches Experiment. Sie beziehen sich auf Angaben, wonach dort etwa 20 Prozent der weltweiten Erdöllieferungen betroffen waren. Untersucht wurden 18 Spotkurse lokaler Währungen gegen den Dollar. Der Zeitraum reicht vom 24. Januar 2025 bis zum 17. April 2026. Das sind 313 Handelstage je Währung. Die Kurse stammen von LSEG.

Zwei Verfahren ergänzen einander. Ereignisstudien isolieren die Tage um die Eskalation und um den Waffenstillstand. Eine Panelregression mit festen Effekten deckt den längeren Zeitraum ab. Sie kontrolliert unter anderem dollarbezogene Faktoren und Wechselkursregime.

Positive Ölpreisschocks waren mit einer sofortigen Abwertung verbunden. Am ersten Tag lag sie im Mittel bei 12,5 Basispunkten. Nach drei Tagen waren es 24,7 Basispunkte. Negative Ölpreisschocks brachten keine kurzfristige Entlastung. Über drei Tage zeigte sich vielmehr eine Abwertung um 10,5 Basispunkte. Die Beziehung habe sich seit Konfliktbeginn eher verschlechtert. Industrie- und Entwicklungsländer reagierten unterschiedlich. Auch das Wechselkursregime spielte eine Rolle.

In der Ereignisstudie stiegen die kumulierten abnormalen Renditen nach der Eskalation am 2. März 2026. Bis zum fünften Tag lagen sie bei etwa plus 0,7 Prozent. Das entspricht einer Abwertung gegen den Dollar. Um den Waffenstillstand am 8. April 2026 waren die kumulierten abnormalen Renditen im Fenster von fünf Tagen vor bis fünf Tagen nach dem Termin etwa minus 1,0 Prozent.

Die Autoren sehen daraus Hinweise für Zentralbanken und Regulierung. Energiebedingte Wechselkursvolatilität solle in die Politik einfließen. Speicher und eine stärkere lokale Erzeugung könnten die Anfälligkeit senken. Ob daraus konkrete Maßnahmen folgen, prüft die Studie nicht.

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