Es gibt keine einzige amtliche Statistik, die Besoldung und Pensionen von Bund und Ländern einheitlich und vollständig ausweist. Die Zahlen müssen aus Destatis, Haushaltsplänen, der Vermögensrechnung des Bundes und Berechnungen von Instituten zusammengesetzt werden. Kommunen sind hier ausgeklammert, soweit die Quellen das zulassen.
1. Aktive Beamte und Richter (Besoldung)
Laut Destatis (Stand Juni 2026) gibt es:
- Bund: 206.000 Beamte und Richter
- Länder: 1.392.200 Beamte und Richter
- Bund + Länder zusammen: rund 1,60 Millionen aktive Beamte und Richter
Hinzu kommen auf Bundesebene noch rund 168.000 Berufs- und Zeitsoldaten (eigene Versorgung).
Die Personalausgaben insgesamt (Beamte und Tarifbeschäftigte) belaufen sich nach Haushaltsdaten auf:
- Bund 2026 (Soll): 48,0 Milliarden Euro
- Länder 2026 (Soll): 189,5 Milliarden Euro
- Summe Bund + Länder Personalausgaben: rund 237,5 Milliarden Euro
Der Beamtenanteil an diesen Personalausgaben liegt in den Ländern höher als beim Bund, weil Lehrer, Polizei und Justiz überwiegend verbeamtet sind. Eine von der Welt auf Destatis- und DBB-Daten basierende Hochrechnung für 2025 kam für die Besoldung aller Beamten (inkl. Kommunen und Teilzeit) auf rund 117 Milliarden Euro brutto. Für Bund und Länder allein liegt der Betrag darunter, aber im hohen zweistelligen Milliardenbereich.
Die Besoldung wurde 2025/2026 mehrfach angehoben (Bund u. a. +3,0 % rückwirkend April 2025 und +2,8 % Mai 2026; Länder unterschiedlich, oft +2,8 % ab April 2026).
2. Versorgungsausgaben (Pensionen und Hinterbliebenenversorgung) – laufende Zahlungen
Destatis zählt zum 1. Januar 2025:
- Bund (Kernbereich Beamte/Richter + Soldaten): 192.000 Versorgungsempfänger
- Länder: 1.047.500 Versorgungsempfänger
- Bund + Länder: rund 1,24 Millionen Versorgungsempfänger
(ohne Post-Nachfolgeunternehmen, Bahnvermögen und Kommunen)
Gesamt Deutschland inkl. Kommunen und Sonderbereiche: 1,80 Millionen Versorgungsempfänger, davon 1,42 Millionen mit Ruhegehalt.
Das durchschnittliche Brutto-Ruhegehalt lag zuletzt bei 3.240–3.416 Euro monatlich (Destatis, je nach Stichtag). Hinterbliebenenversorgung liegt deutlich darunter.
Laufende Ausgaben:
- Destatis (VGR): öffentliche Pensionen 2025: 95,0 Milliarden Euro (+5,1 % bzw. +4,6 Mrd. gegenüber 2024).
- Spezifischere ältere Aufteilungen: 2024 rund 56,9 Mrd. Euro Ruhegehälter plus ca. 9 Mrd. Euro Hinterbliebenenversorgung (zusammen ca. 66 Mrd. Euro). Der Großteil entfällt auf die Länder.
Der Bund allein (unmittelbarer Bereich) lag 2025 bei etwa 7,8 Milliarden Euro Versorgungsausgaben und steigt laut Prognosen bis 2060 auf über 25 Milliarden Euro (Kernbereich). Inklusive Post-Nachfolgeunternehmen und Bahnvermögen liegen die Bundes-Versorgungsausgaben 2025 bei rund 19,8 Milliarden Euro.
Die Länder tragen den Löwenanteil, weil sie die Masse der Lehrer, Polizisten und Richter beschäftigen bzw. pensioniert haben.
3. Implizite Gesamtkosten (Barwert der zukünftigen Pensionszusagen)
Das ist die größte Zahl und der eigentliche „kumulierte“ Bestand.
- Vermögensrechnung des Bundes (Destatis, 31.12.2024): Pensionsrückstellungen 670 Milliarden Euro plus Beihilferückstellungen 233 Milliarden Euro ? zusammen rund 903 Milliarden Euro für den Bund.
- Institut der deutschen Wirtschaft (IW, 2026): Barwert der Pensionszusagen von Bund und Ländern zusammen rund 2,3 Billionen Euro.
Diese Summe müsste heute theoretisch zurückgelegt sein, um alle bereits erworbenen und künftigen Ansprüche zu bedienen. Sie ist nicht in der Maastricht-Schuldenstatistik enthalten. Die Versorgung ist ganz überwiegend umlagefinanziert (pay-as-you-go) aus laufenden Steuereinnahmen; Rücklagen der Länder sind ungleich und oft gering.
Stiftung Marktwirtschaft und andere Institute rechnen die Beamtenversorgung als Teil einer deutlich größeren impliziten Staatsschuld (insgesamt 16–17 Billionen Euro inkl. gesetzlicher Rente und Krankenversicherung).
Einordnung und Trend
- Jährliche Cash-Kosten (Besoldung + Pensionen) von Bund und Ländern liegen zusammen im Bereich von deutlich über 150 Milliarden Euro, je nach Abgrenzung und inkl. Beihilfe noch höher.
- Die Zahl der aktiven Beamten in den Ländern steigt in mehreren Ländern wieder (z. B. durch Lehrerverbeamtung).
- Die Versorgungsausgaben steigen strukturell, weil geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen und die Lebenserwartung hoch ist. Prognosen für den Bund allein gehen von einem Anstieg der Versorgungsausgaben um über 50 % bis 2060 aus.
- Beamte zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung; der Dienstherr trägt die gesamte Versorgung aus dem Haushalt. Beihilfe (Zuschuss zu Krankheitskosten) kommt hinzu (Welt-Schätzung bundesweit rund 20 Milliarden Euro).
Quellen: Destatis (Personalstatistik, Versorgungsempfänger, VGR-Sozialleistungen), Bundeshaushalt 2026, Finanzbericht der Länder, Vermögensrechnung des Bundes, IW-Berechnungen 2026, Versorgungsbericht/Antworten der Bundesregierung. Alle Angaben sind Brutto-Haushaltszahlen bzw. versicherungsmathematische Barwerte; Nettobelastung nach Steuern der Empfänger liegt niedriger.
